Freitag, 17. Mai 2013

Wissensmanagment - Entwicklung der Schule als Ganzes


“Communications is human nature; Knowledge sharing is human nurture."
 
(Alison Tucker, Buckman Laboratories)

Die Verbindung zum Wissensmanagement soll über das Konzept der Wissensbausteine von Probst, Raub und Romhardt hergestellt werden. Probst sieht Wissensmanagement als ein integriertes Interventionskonzept, das sich mit den Möglichkeiten zur Gestaltung, Lenkung und Entwicklung der organisationalen Wissensbasis auseinandersetzt.  (Probst, Raub, & Romhardt, 2003, S. 23) 
Dieser Ansatz bietet laut Eschenbach und Geyer eine „Handlungsgrundlage für den systematischen Umgang mit Wissen in Organisationen“. (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 116)
Wie auch in Wirtschaftorganisationen kann die Schulorganisation auf hochqualifizierte MitarbeiterInnen zurückgreifen, wobei hier die Unterscheidung von „individuellen und kollektiven Wissensbeständen“ (Wiater, 2007, S. 106) wesentlich ist. Einzelwissen von LehrerInnen kann durch die Vernetzung und Kollaboration in Teams weitergegeben werden. Dadurch kann es zu einer „organisationalen Wissensbasis“ (Wiater, 2007, S. 106) kommen, welche durch Wissensmanagement evaluiert und kontrolliert umgesetzt werden soll. Die gegenwärtige Entwicklung der Autonomie in den Schulen, die Herausarbeitung von Schulkonzepten bzw. Leitbildern und die Umstrukturierungsprozesse zu unterschiedlichen Schultypen (Hauptschule wird zur Neuen Mittelschule) , kann auf die effektive Nutzung der Ressource Wissen nicht verzichten.
In seiner Arbeit „Wie kommt das „Wissen“ in die Schule? Eine Einführung in das Wissensmanagement“ betont Kral die Zielsetzung  von Wissensmanagement im Schulbereich und das notwendige Umdenken moderner Schulen. „Ziel des Wissensmanagements in lernenden Organisationen ist es, Prozesse der Wissensgenerierung, der Wissensspeicherung, des Wissenstransfers und der Wissensanwendung zu initiieren und zu etablieren.“  (Kral, 2010, S. 21)

Konzept von Probst, Raub und Romhardt

„Wissen ist die einzige Ressource, welche sich durch Gebrauch vermehrt!" (Probst, Raub & Romhardt, 1999, S. 17)
Nach Eschenbach und Geyer, kann das Konzept von Probst, Raub und Romhardt bzw. ihr Buch „Wissen Managen – Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen“ als „Standardwerk für Wissensmanagement im deutschen Sprachraum“  (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 117) angesehen werden. Die nachfolgenden Grafik soll dem Leser einen Überblick über das Konzept bieten. Im Anschluss wird kurz auf die wesentlichen Inhalte der einzelnen „Wissensbausteine“ hingewiesen, wobei besonders auf Eschenbach und Geyer mit ihrem Buch „Wissen & Management“ eingegangen wird.

Bausteine des Wissens, nach Probst, Raub und Romhardt

Im Folgenden soll ein eher theoretischer Einblick in das Konzept von Probst und seinen Mitautoren geboten werden.
Baustein - Wissensziele
Wissensziele stellen dabei die Kompetenzen dar, welche für zukünftige Entwicklungen der Organisation wesentlich erscheinen.  (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 118 f.)
Die Erarbeitung der Wissensziele wird von Eschenbach als „Pionierarbeit“  (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 120) in der Weiterentwicklung einer Organisation bezeichnet. Diese Ziele bilden dann die Basis für Wissensmanagement und Controlling. Hier wird zwischen normativen, strategischen und operativen Wissenszielen unterschieden.
Normative Wissensziele stellen dabei das Leitbild der Organisation, im vorliegenden Fall das Leitbild der Schule dar. Hier wird das Umfeld für Wissensmanagment und Kollaboration gelegt.
Strategische Wissensziele stellen  im Gegensatz dazu „strategisch wichtiges Wissen – Kernwissen des Unternehmens „ (Probst, Raub & Romhardt, 1999, S. 78) dar, welches für die zukünftige Entwicklung wesentlich erscheint.
Operative Wissensziele drücken aus, was konkret im Unternehmen geändert oder unternommen werden muss. Sie bilden die Basis für die Umsetztung der normativen und strategischen Ziele.

Wissen als solches wird nicht von einer Person zur anderen unreflektiert weitergegeben, sondern es kommt zu einem Wechsel der Positionen bzw. Sichtweisen.
Die Entwicklung von Wissen wird als dauernder und wachsender Prozess gesehen, und der Faktor Wissen an sich erschließt sich in den Kenntnissen und Erfahrungen aller Beteiligten einer Organisation. 
Schule als lernende Organisation besitzt neben dem organisationalem Wissen (individuelles Wissen, kollektives Wissen, Daten und Informationen) auch organisationales Lernen. Dieser Bereich ist auch entscheidend für den Ansatz des Blended Learning. Eschenbach stellt fest, dass Veränderungen in diesem Bereich zu einer „Erhöhung der Problemlösungs- und Handlungskompetenz von Organisationen“ führen. (Eschenbach & Geyer, 2004, S. 118)

Die Einführung von E-Learning und Blended Learning führt nach Mayer, Resinger und Schratz zu einer fachlichen Weiterentwicklung, aber auch „zu einer Entwicklung der Schule als Ganzes (Zielorientierung, Evaluation, Teamarbeit etc.)“.  (Mayr, Resinger, & Schratz, 2009, S. 141)






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