Donnerstag, 22. November 2012

"Meine" 10 wichtigsten Mitarbeiterinnenkompetenzen


10 wichtige Mitarbeiterinnenkompetenzen für die Zusammenarbeit in Wissensräumen...ein Auszug einer meiner "Hausübungen" für das Studium AW...

Einleitung
Nach dem Lesen der Angabe habe ich mich auf die Suche in das Internet gemacht, um einige Anhaltspunkte zu finden, denn meine eigenen Vorüberlegungen zum Thema gehen in die Richtung „Kompetenzmanagement“ und die effektive Nutzung der Mitarbeiterinnenkompetenzen in einer Organisation.
Hier kann als übergeordnetes Ziel die Schaffung einer „intelligenten Organisation“  gesehen werden, die durch die Zusammensetzung  der Kompetenzen, der Skills, die Lernbereitschaft und Interaktionen der Mitarbeiter, gekennzeichnet sind.
Das kollektive Nutzen sehe ich in diesem Zusammenhang als einer der wertvollsten Ressourcen eines Systems, denn Wissen steigert und verdoppelt durch „sharing“ ihren Wert, anstelle ihn zu halbieren; wie es jede andere Ressource im Normalfall tut.
(aus: „Grundlagen, Methoden und technische Unterstützung“ Von Franz Lehner; Google Books )

Was ist eigentlich eine Kompetenz bzw. wie kann sie definiert werden?
Meine ersten Ideen, dass Kompetenz eng mit Wissen verbunden ist, wurden durch meine Ergebnisse im Internet durchaus bestätigt, denn Klaus North schreibt dazu in seiner Studie„…das Richtige im richtigen Moment zu tun. Wissen, Erfahrungen, Intuition treffen auf konkrete Situationen, die ein Handeln erfordern. Kompetenz besteht daher in der Fähigkeit, situationsadäquat zu handeln.“

Der Begriff „Kompetenz“ wird nach F.E. Weinert definiert als„…die bei Individuen verfügbaren oder durch sie erlernbaren kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten, um bestimmte Probleme zu lösen, sowie die damit verbundenen motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften und Fähigkeiten, um die Problemlösungen in variablen Situationen erfolgreich und verantwortungsvoll nutzen zu können.“
(aus: http://www.uni-osnabrueck.de/11571.html )


Eigenen Organisation – Bildungsbereich – Sektor Pflichtschule

Da ich selbst in einer Pflichtschule arbeite, und zusätzlich als IT Bezirksbetreuer mit Kolleginnen und Direktorinnen tätig bin, umfassen die Kompetenzen in meinen beruflichen Wissensräumen unterschiedlichste Bereiche, die mit Lernen und Wissensorganisation zu tun haben.
Ich will nun versuchen einige der Kompetenzen zu benennen und zu beschreiben. Dabei erscheint es mir aber sinnvoll, auch durch die „Brille von Wissensmanagement“ auf das Thema zu schauen.

 Mögliche Kompetenzen, welche nicht nur im Schulbereich wichtig und wesentlich sein können:

1. Fachkompetenz
Wenn ich mir die unterschiedlichsten Fächer und bzw. Fachleute in einer Schule ansehe, so tut sich hier ein riesiges Feld von Wissen und Kompetenz auf.
Durch Studium, Ausbildung und jahrelange Erfahrung hat hier der Großteil der Lehrerinnen eine qualitativ hohe Fachkompetenz aufgebaut, und setzt diese auch Tag für Tag im eigenen Unterricht ein.
Als Ziel könnte man hier eine bessere Dokumentation und Vernetzung innerhalb der Kollegenschaft sehen, damit Kompetenzen auch immer zielgerichtet eingesetzt werden können.
„…die Fähigkeit des Akteurs erforderlich, sein Wissen in realen Handlungssituationen
zielgerichtet zur Erfüllung intendierter Handlungszwecke einzusetzen.“
(aus:
 www.pim.uni-due.de/fileadmin/Publikationen/Wissensmanagemen)

2. Diagnostische Kompetenz – Einschätzung einer Leistung oder Lage
„Diagnostische Kompetenz gilt als eine der Schlüsselkompetenzen für erfolgreichen Unterricht und erzieherisches Handeln“
(aus:
 http://www.karg-stiftung.de/binaries/addon/41_ffm_02_08_vortrag_buch.pdf )

Die Diagnose oder Beurteilung nimmt gerade im Schulwesen einen wesentlichen Schwerpunkt ein. Diese Kompetenz ist recht schwer umzusetzen, und kann eigentlich durch die Vernetzung innerhalb der Kolleginnen gut „gelernt“ werden – Erfahrungswissen ist hier ein wichtiger Faktor. Besonders für die Kommunikation mit den Eltern erscheint mir diese Kompetenz als sehr wichtig, und in manchen Fällen als richtungsweisend.
Hier sind im Bildungsbereich die „Bildungsstandards“ ein gemeinsamer Ansatz, um Beurteilung transparenter zu machen.
Beurteilung nach Kompetenzen der Schüler ist der nächste Schritt, wobei hier auch die Selbsteinschätzung der Schüler als wesentliche Säule zu sehen ist.

3. Intellektuelle Kompetenz und Lernfähigkeit
Lösungswege erkennen und die passenden Werkzeuge verwenden.
Aus Fehlern lernen –Fehlerkultur in Schule und Unternehmen. Feedbackkultur!!
Vertrauen bei den Mitarbeitern und im Team schaffen bzw. den anderen und dessen Meinung akzeptieren.
Offen für neue „Lerninputs“ sein und anderseits sein erworbenes Wissen anderen weitergeben bzw. zur Verfügung stellen (Gespräche, IT Tools, Plattformen, …)

4. Methodenkompetenz
Kennen  verschiedenster Methoden, die auf unterschiedlichste Weise zum Ziel führen. WM Methoden anwenden können – bei Wissensmanagement Umsetzung in Organisationen.
Im Schulbereich ist die Methodenvielfalt und das Ansprechen der verschiedensten Sinnen bei den Kindern bereits Standard. Hier ist eine Vernetzung und Weitergabe von Wissen ein wichtiger Schritt zu einem effektiven Kompetenzmanagement. Wer kann was besonders gut? Wer hat Erfahrung mit neuen Methoden (eLearning,…)?

5. Didaktische Kompetenz und praktische Umsetzung
Situationsgerecht planen und handeln können. Schüler bzw. kundenzentriertes Denken und Agieren.
Wissensträger für beste praktische Umsetzung geben hier ihre Konzepte und Systeme weiter, damit die praktische Umsetzung besser und zielgerechte funktioniert!

6. Führungskompetenz bzw. Managementstil
Führungsstil an unterschiedliche Situationen anpassen. Auf Augenhöhe miteinander zusammenarbeiten, aber auch Verantwortung im Entscheidungsprozess übernehmen.
Fehler zugeben können und von anderen lernen, egal welche Position der andere hat.
Fachwissen praxisgerecht umsetzen können.

7. Soziale Kompetenz und Teamfähigkeit
Interne und externe Zusammenarbeit als wichtige Säule für den gemeinsamen Erfolg sehen und einschätzen.
Das Eingehen auf den Anderen und das Wahrnehmen seiner Stärken kann hier als Erfolgsfaktor angesehen werden, denn dadurch werden alle Ressourcen, besonders die Ressource „Wissen“ genützt.

8. Kommunikation
Mehrere Lösungen zu einem Thema bringen. Verschiedene Positionen für Denkansätze einnehmen können.
Mündliche und schriftliche Kommunikation. Kontaktfähigkeit und Offenheit im Umgang mit Kolleginnen und Schülern (Kunden) sind eine Basis für gemeinsame Planungen und Zielumsetzungen.
Interaktion kann nur durch Kommunikation erreicht werden, egal in welcher Form.
Hier wäre auch der Einsatz moderner Medien und „Social Media“ wie Facebook oder Twitter zu nennen,  denn auch dort passiert Austausch und Vernetzung.

9. Kulturelle Kompetenz und Empathie
Wissen über andere Kulturen und die Umgangsformen. Kinder aus andern Kulturkreisen haben oft anderes Verständnis für Handlungen. Der Umgang mit Eltern in Elterngesprächen setzt oft Kenntnisse über kulturelle Hintergründe voraus, damit es zu keinen Missverständnissen kommt.
Partnerschulen aus anderen Kulturkreisen – Wie gehe ich mit dem anderen um?
Sich in andere „hineinversetzen“ können erweist sich oft als wichtig im Entscheidungsfindungsprozess. Die Rolle tauschen und die eigene Sichtweisen modifizieren bzw. sogar ändern, kann positive Auswirkungen auf Entscheidungen haben.

10. Handlungskompetenz
Entscheidungen treffen und Risiken erkennen. Eine flexible Herangehensweise an unterschiedlichste Problemstellungen. Handlungsspielräume schaffen.
Eine erfolgreiche Handlungskompetenz beinhaltet auch ein gewisses Maß an Risiko, aber auch genauer Planung voraus. Diese Planung ist besonders im Schulbereich ein wesentlicher Faktor, und ist seit ewig Teil eines erfolgreichen Unterrichts oder einer zielgerichteten Projektarbeit.

Literatur und Links:

Kommentare:

  1. Hallo Oli,

    ich hab mir deinen Eintrag interessiert durchgelesen und sag mal danke für die gute Zusammenfassung :) Ich kann dir sagen, dass diese Einteilung nicht nur für den Schulbereich gültig ist.

    Du schreibst bei Fachkompetenz:
    "Als Ziel könnte man hier eine bessere Dokumentation und Vernetzung innerhalb der Kollegenschaft sehen"
    Ich sehe aber immer wieder auch in meinem Umfeld, dem Gesundheitsbereich, dass die persönliche Erfahrung schlußendlich der Weiterentwickung der Fachkompetenz im Wege steht. Du kennst sicher den Spruch: Warum soll ich etwas ändern, wenn es schon für mich zufriedenstellend funktioniert?
    Aber vielleicht hast du ja schon gute Argumente gefunden gegen diesen Spruch der "faulen"?

    Du schreibst bei dem Punkt Diagnosekompetenz, dass es für dich um die Beurteilung von Schülern geht. Ich sehe diesen Punkt eher so, dass es um die Einschätzung einer Situation geht. Für mich bedeutet eine Diagnose eine Einschätzung der Situation anhand von sichtbaren und nicht sichtbaren "Symptomen". Die Diagnose ist insofern wichtig, da sie das weitere Handeln bestimmt.
    oder habe ich das etwas mißverstanden?

    lg, christopher

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  2. Hi Christopher - das mit der Änderung ist so eine Sache...aber sie funktioniert wirklich - man muss die Kolleginnen nur von einer Sache mit eigener Begeisterung überzeugen - wenn sich dadurch auch nur die kleinsten Entwicklungen abzeichnen, ist dies oft schon der "Kick-off" für Innovation und Bewegung! Gerade im Bildungsbereich und durch die rasche Entwicklung kann man/frau nie genug an Fachkompetenz haben...bei uns kommt natürlich auch die didaktische und pädagogische Umsetzung dazu...die "faulen" wird es immer geben, die Bremser und ewig Gestrigen...die in Wirklichkeit ganz viel Angst vor Veränderung und Sichtbarmachen ihrer Inkompetenz haben...schade, denn auch dieser Typ von Kollegin hat sehr viel Erfahrungswissen auf unterschiedlichen Ebenen. Wenger spricht hier von Leuten die in Cafes am Straßenrand sitzen und die Bewegung und Aktivitäten der Community ansehen...Zaungäste...doch manchmal wechseln sie die Straßenseiten und schon hast du sie im Boot...
    Zur Beurteilung - ganz so diagnostisch sehe ich das Ganze nicht - es ist halt eine Tatsache, dass Beurteilung ein Teil des Ganzen ist - auch nicht schlecht...
    Die Diagnose...wie du sie nennst...in Verbindung mit den von mir erwähnten Kompetenzen der Schülerinnen ist dann eine fruchtbare Basis für weiters Handeln - Fördern von Kompetenzen, Ausgleichen von Schwächen durch die Förderung von Stärken...
    By the way - meine Schülerinnen schätzen im Moment ihre Kompetenzen selbst ein - eine tolle Sache und bringt auch wirklich was...sofern man sie damit nicht alleine lässt und die Sache nur angeht, weil es sich in irgendeiner Zeitung, auf irgend einem Forum oder in irgendeiner Gruppe "toll" liest oder anhört...

    Lg Oliver

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